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Diversifikation des Kinos

Dass jetzt alle schreien, dass die Schwemme an Marvel Filmen das Ende der Kino-Welt darstellt, entstand leider auch nur, weil der erste haarsträubende Verriss aufgrund seiner Polarisierung eine hohe Reichweite erzielte.

Comics waren seitdem es sie gibt ein Nischen-Produkt. Man braucht für Comics mehr Zeit, mehr Geduld, und mehr Bereitschaft, sich auf größere Stories und Handlungsstränge einzulassen, als bei 90 Minuten Film. Nach Abschuss eines Kino-Films zieht der erlauchte Kritiker sein Resumée, und wendet sich dem nächsten Stück Kunst zu, das seine Aufmerksamkeit erhascht. Comics hingehen sind meines Erachtens eher ein Serienprodukt, bei dem es darum geht, dass man über viel mehr Raum und Zeit eine viel breitere Story und tiefere Charaktere erschaffen kann, als es beim üblichen Kinofilm möglich ist.

Genauso funktionieren die immer beliebteren TV-Serien. Staffel über Staffel, und immer mehr Serien überschwemmen den Markt – weil eine Nachfrage existiert. Für Kritiker natürlich auch Teufelszeug, der gute alte kulturell wertvolle Fernsehfilm wird verdrängt.

Natürlich muss man es nicht gut heißen, was nachgefragt wird (RTL2 Nachmittage anyone?), trotzdem muss man nicht alles verteufeln. Das Kino-Angebot diversifiziert sich, etwas neues kommt hinzu. Nach dem Prinzip Survival of the Fittest wird das allerdings nicht das “gute Kino” verdrängen, sondern eher das schlechte Kino, was die Kritiker genauso verrissen hätten.

Dies sind Prinzipien, die in Serien und Comics schon immer auf Dauer erfolgreich waren, und die die Entwicklung von vernetzten Stories und tieferen Charakteren ermöglichen, und die Hintergrundwissen und sogar “Insiderwissen” erfordern. Der Trend ist, dass dies mehr und mehr Fans findet und diese in “Tribes” bindet. Aber nicht, weil das schlecht ist, sondern weil Nachfrage nach diesen verwobenen Stories besteht. Dass dies irgendwann ins Kinoformat überschwappen musste, können die Kinos nur begrüßen, die sich schon erstaunlich lange nicht mehr über schwindende Verkäufe an den Kinokassen beschweren mussten.

Der gemeine Kritiker hingegen ist natürlich kein Spezialist in einem Hintergrunduniversum, in dem es viele verwobene Hintergrundinformationen gibt, nebenläufige Stories und Details, die nur Fans der Serie verstehen.

Wenn Sie im Internet nach Reviews des neuesten Avengers Films von Marvel suchen, finden Sie daher durchaus solche Verrisse auf Google’s Seite 3, wo auf den Seiten 1 und 2 aber größtenteils begeisterte Zuschauer Spaß und viele schöne Details in dem Film gefunden haben. Der Kritiker von Seite 3 erzeugt durch sein plakatives Review daher zwar Reichweite (“Kino ist tot!”, “Marvel macht Mc Donalds Filme!”), bleibt dabei aber auf dem Niveau des Seite 3 Mädchens. An der Oberfläche.

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